Vitamin-C-Mangel und Skorbut

Skorbut war früher unter Seeleuten eine gefürchtete Krankheit, sie galt lange Zeit als unheilbar. Der Name Skorbut stammt wahrscheinlich vom germanischen Scharbock und wurde als Scorbutus ins Latein übernommen, weil Scharbockskraut als Medizin gegen die Skorbut gegessen wurde. Als Skorbut bezeichnet man einen schweren Vitamin-C-Mangel. In alten Chroniken wird von regelrechten Skorbut-Epidemien berichtet. Betroffen waren hauptsächlich Seeleute. Lange Zeit glaubte man, dass es sich um eine ansteckende Krankheit handelt, weil während langer Seereisen viele Matrosen daran starben.

Skorbut galt früher als Geißel der Schifffahrt
Skorbut galt früher als Geißel der Seefahrer

Erst im 18. Jh. wurde von dem englischen Arzt James Lind ein Zusammenhang zwischen langen Schiffsfahrten und Ernährung erkannt. Weil die Seeleute sich auf den langen Seereisen einseitig von Pökelfleisch, hartem Schiffszwieback und Fisch ernährten, litten sie unter einem anhaltenden Vitaminmangel, der nach und nach zu verschiedenen Symptomen führte und meistens mit dem Tod der Betroffenen endete.

Der britische Schiffsarzt James Lind entdeckte 1753, dass die Krankheit stets einen ähnlichen Verlauf nahm. Etwa nach 3 Monaten auf See kam es zu Beschwerden wie Müdigkeit, Schmerzen in den Muskeln, bei manchen Seeleuten war die Haut fleckig und blutunterlaufen, der Körper zehrte immer mehr aus. Das Zahnfleisch wurde faulig und ging zurück, bis die Zähne ausfielen. Lind führte deshalb verschiedene Versuche mit unterschiedlichen Ernährungsweisen bei den Seeleuten durch und stellte fest, dass Zitrusfrüchte die Krankheit heilen konnten. James Cook war einer der ersten, der den Ernährungsempfehlungen folgte und durch Zitrusfrüchte und andere vitaminhaltige Lebensmittel wie Sauerkraut für einen verbesserten Gesundheitszustand der Mannschaft sorgte. Die Lebensmittel halfen gegen Skorbut, aber zunächst wusste man nicht um die genauen Zusammenhänge.

Heute weiß man, dass es sich bei Skorbut um eine Vitaminmangelkrankheit handelt. Etwa um 1930 herum gelang es, Vitamin C, auch bekannt als Ascorbinsäure (anti-skorbutische Säure) aus den Zitrusfrüchten herauszulösen, später auch aus Kohl und Paprika. Heute weiß man, warum Vitamin C hilft. Ohne diesen extrem wichtigen Nährstoff kann der menschliche Körper kein Kollagen produzieren, welches dafür sorgt, dass das Bindegewebe überhaupt erst zusammengehalten wird. Ohne Kollagen kommt es zu zahlreichen körperlichen Symptomen des Vitamin-C-Mangels, letztendlich können sich sogar die Blutgefäße auflösen und innere Blutungen können einsetzen.

Symptome und Verlauf von Skorbut bei Vitamin-C-Mangel

Die ersten Symptome treten auf, wenn schon längere Zeit ein Vitaminmangel besteht.

Zuerst können es Müdigkeit oder ein Schwächegefühl sein sowie eine erhöhte Infektanfälligkeit. Durch fortschreitenden Vitaminmangel treten punktförmige oder flächig auftretende Hauteinblutungen auf. Im Mund kann es zu Schleimhautgeschwüren oder Zahnfleischbluten kommen, die Zähne werden locker und können schließlich ausfallen. Die Wundheilung kann länger dauern als normal.

Durch die gestörte Bindegewebsproduktion und die Auszehrung im Körper werden die Blutgefäße spröde und brüchig, es kommt zur Herzschwäche. In früheren Zeiten führte die Krankheit meistens unweigerlich zum Tod der Betroffenen. Heute kommt Skorbut nur noch selten vor und wenn, dann meistens in Gebieten mit weitverbreiteter Mangelernährung, etwa in den westlichen Industrieländern oder in Afrika südlich der Sahara. Verstärkt wird der Trend zur erneuten Verbreitung von Skorbut durch Essstörungen wie Bulimie oder den weitverbreiteten Tabak- und Alkoholkonsum. Bei den Seeleuten selber hat Skorbut den Schrecken früherer Jahrhunderte verloren, heute wird für eine ausgewogene Ernährung mit viel Vitamin C auch auf langen Schiffsreisen gesorgt.

Diagnose, Therapie und Vorbeugung von Skorbut

Zitrusfrüchte waren das erste Mittel gegen Skorbut
Zitrusfrüchte waren bis zum Aufkommen von Lipo C das Mittel erster Wahl gegen Skorbut

Um die Krankheit Skorbut festzustellen, befragen Ärzte ihre Patienten ausführlich nach deren Ernährungsgewohnheiten. Erhärtet sich der Verdacht auf einen chronischen Vitaminmangel, kann über eine Blutuntersuchung der Ascorbinsäurewert bestimmt werden. Stellt der Arzt einen Mangel an Vitamin C fest, kann zunächst über die externe Zufuhr von Vitamin C der Mangel behoben werden, dies geschieht meistens leider mit weitgehend wirkungslosen Vitamin-C-Brausetabletten oder Langzeit-Depotkapseln.

Diese althergebrachten Präparate weisen eine nur sehr niedrige Bioverfügbarkeit für das in ihnen enthaltene Vitamin C auf, welche durch liposomales Vitamin C (oder sogar schon durch intravenöses Vitamin C) absolut in den Schatten gestellt wird.

Liposomales Vitamin C (Lipo C) kann langfristig vor allem Risikogruppen vor Vitamin-C-Mangel und der damit einhergehenden Skorbutgefahr schützen.